Feeds:
Artikel
Kommentare

Tag 20: Los Angeles

Der letzte Tag unserer Reise ist vorbei. Naja, eigentlich ist es der vorletzte, aber morgen zählt nicht. Da steht nur mehr Heimfliegen auf dem Programm. Jedenfalls bildete der heutige Besuch der Universal Studios in Los Angeles einen würdigen Abschluss für unseren 3-wöchigen Road Trip durch den Südwesten der USA.

Um lange Schlangen an den Ticketkassen zu vermeiden, waren wir schon zeitig vor Ort und kauften uns vier Front Of The Line Passes für äußerst günstige 436 Dollar. Diese ermöglichten uns den Luxus an den Menschenmassen vor den verschiedenen Attraktionen vorbeizumarschieren, uns ganz vorne in die Reihe der Wartenden einzureihen und die besten Sitze bei den Shows eigens für uns reserviert zu wissen. Außerdem fühlt man sich mit dem wunderschönen Kärtchen mit Sternchen um den Hals wie eine very important person. *g*

Wir nutzten dieses Privileg natürlich eiskalt aus. Sobald sich die Pforten der Studios öffneten – wie es beim Film so üblich ist mit den Worten: And… Action! – liefen wir schnurstracks zum Abfahrtspunkt für die Universal Studios Tour. Schnell die Abkürzung für VIPs und rein mit uns in das vorderste Abteil des Tourbusses. Dieser brachte uns hinter die Kulissen Hollywoods. Wir durften diverse Filmsets bestaunen – angefangen von Spartacus, über der Weiße Hai und Krieg der Welten, bis hin zur Wisteria Lane, um nur einige zu nennen. Untermalt wurde die wirklich unterhaltsame Rundfahrt von zahlreichen Special Effects. Zum Beispiel durften wir miterleben, welche Auswirkungen ein Erdbeben in einem U-Bahn-Tunnel hätte oder wie es ist, wenn man urplötzlich von gewaltigen Wassermassen davongespült wird.

Da wir uns nach der Tour in der Nähe der neuesten Attraktion des Parks, der Simpsons-Ride, befanden, beschlossen wir, diese gleich mal zu testen. Das Ergebnis dieses „Tests“ vorweg gegriffen: drei begeisterte Probanden und ein fix und fertiger Manfred. Die Simpsons-Ride ist nämlich keine Achterbahn im herkömmlichen Sinn, sondern ein ultramoderner Simulator, der einen in die Zeichentrickwelt von Springfield entführt, wobei man das Gefühl bekommt, wirklich mit Hochgeschwindigkeit durch diese Welt zu preschen und sei es durch Wasserfälle, Wände und Häuser hindurch bis hinauf in den Weltraum (und selbstverständlich wieder hinunter). Jedenfalls spielte seit diesem Unterfangen Manfreds Magen verrückt und ließ keine weiteren Fahrten zu.

Voller Adrenalin gings auf zum nächsten Gefährt – Jurassic Park. Eine beschauliche Reise im Booterl durch das Land der Dinosaurier. Und weil am Ende ein Wasserfall auf uns wartete, sausten wir mit dem Kahn in die Tiefe. Patschnass und herzhaft lachend über unser „begossener-Pudel-Auftreten“ marschierten wir schnurstracks zu Backdraft. Hier empfing uns ein weiteres Element. Nach Wasser kamen wir hier in den Genuss der angenehmen Wärme einer Feuerhölle. Vor unseren Augen explodierte so ziemlich alles, was eine Lagerhalle zu bieten hatte. Wunderbar anzusehen, schön warm und überhaupt toll, dass wir so schnell wieder trockengelegt wurden.

Jetzt wars Zeit wieder etwas zu unternehmen, wo auch Manfreds Bauchi mitmachen konnte: ein Zwischenstopp am Hot Dog Stand und ein Besuch der Special Effects Show. Danach durfte es wieder etwas aufregender sein und so vergnügten sich Barbara und Jochen auf der nächsten Achterbahnfahrt unter dem Motto: Die Mumie kehrt zurück. Ein Hochgeschwindigkeits-Höllenritt durch die Dunkelheit, der absolute Begeisterung hervorrief, die unbedingt mit Humbert geteilt werden musste. Wenig später saß er schon in der vordersten Reihe, flankiert von den beiden Adrenalin-Junkies, und ab gings durch die Mitte. Allgemeine Begeisterung. Suchtverhalten. Aber wir mussten weiter. Es gab ja noch so viel zu sehen. Zumindest für Barbara, Jochen und Humbert.

Manfred verweigerte die 4D-Vorführung von Shrek und einen wirklich grauenhaften Spaziergang durch das Horror-House. Zur letzten Vorführung für diesen Tag in den Universal Studios waren dann aber wieder alle gestellt. Water World erwartete uns mit einer wirklich genialen Show und Special Effects von denen der ORF wohl noch nie etwas gehört und gesehen hat. *g* Jet-Skis, Motorboote, ein Wasserflugzeug und einer Unmenge an Explosionen sorgten für beste Unterhaltung zum Abschluss.

Und weil die Simpsons-Ride so fantastisch war, gönnten sich Barbara und Jochen noch eine Runde, bevor alle bei Tony Roma’s einkehrten, um ein letztes Mal die typisch amerikanischen Köstlichkeiten hineinzuschaufeln.

Final Greetings from America,

the Homecoming Queens

Der heutige Tag bestand aus Autofahren, Autofahren, noch mehr Autofahren und kurzen Pausen vom Autofahren, bestehend aus einem Abstecher bei Wal Mart (wir benötigten unbedingt noch ein Glas Erdnussbutter und ein extra Köfferchen um dieses heil nach Hause transportieren zu können) und einem kurzen Besuch in Santa Barbara. Vielversprechende Stadt voller Sonne, Sand und Meer vor, aber leider ist sie schon etwas heruntergekommen und nicht mal der alte Pier lud zum Verweilen ein.

So blieb uns nichts anderes übrig als nach Los Angeles durchzufahren und uns dort eine Unterkunft zu suchen. Und das war wohl das schwierigste Unterfangen für den heutigen Tag. Die Herbergssuche dauerte geschlagene 2,5 Stunden, da wir uns so ziemlich die beste Zeit ausgesucht hatten, durch Downtown Los Angeles zu kurven. Verstopfte Straßen und Umleitungen wohin das Auge reichte und ein ausgebuchtes Hotel nach dem anderen. Frustriert und müde flüchteten wir ein paar Meilen nordwärts, raus aus diesem Höllenloch, genannt „Stadt der Engel“.

Unglaublicherweise fanden wir dort ein Hotel, das uns Zuflucht gewährte. Und das mit allem Komfort, den man sich für diesen Preis nur wünschen kann. Manfred und Humbert müssen froh sein, wenn sie sich in ihrem Domizil nicht verirren, so groß ist es. ;-)

Wie ihr seht, gab es heute nicht viele Highlights, von denen wir erzählen könnten. Morgen wird sich das wieder ändern – für ein letztes Mal…

Erschöpfte Grüße aus L.A.

die Kilometerfresser

Tag 18: Pazifikküste

Der Nebel hielt sich leider auch an diesem Tag noch hartnäckig und so hatten wir nur abschnittweise das Vergnügen, den Pazifik bewundern zu können. Aber auch bei diesem, etwas schlechteren Wetter war die Fahrt auf dem 17-Mile-Drive großartig. Die kleinen Orte und Siedlungen entlang der Küste – jede mit eigenem Golfplatz – bestehen aus wunderschönen Häusern oder besser gesagt Villen von denen wahrscheinlich jedes einzelne unerschwinglich ist. Vielleicht später mal, wenn wir alle steinreich (und steinalt) sind. Merke: Haus am Pebble Beach kaufen. *g*

Je weiter wir nach Süden gelangten, umso besser wurde auch das Wetter und der Nebel lichtete sich zusehends. So lenkten wir unseren Buick die Pazifikküste entlang, Richtung San Simeon, wo wir ein weiteres kurioses Gebäude zu besichtigen hatten: Hearst Castle. Dieses thront auf einem Hügel in Küstennähe und wurde von William Randolph Hearst in den 20er- und 30er-Jahren erbaut. So ziemlich jeder Baustil und Kunstgegenstände aus allen Epochen bzw Ländern dieser Welt finden sich hier wieder. So ist zum Beispiel das Hauptgebäude der Anlage einer altspanischen, gotischen Kathedrale nachempfunden. Ziemlich gruselig und beengend, wenn man so durch das Erdgeschoss spaziert. Die Berühmtheiten der damaligen Zeit schienen aber Gefallen an diesem Anwesen gefunden zu haben. Die Gäste die der Zeitungsmogul Hearst zu sich geladen hatte, von Charlie Chaplin über Winston Churchill war alles dabei, was Rang und Namen hatte, genossen den Komfort oben auf dem Hügel.

Weiter südwärts am Highway #1 erreichten wir schließlich das Fischerörtchen Morro Bay und so ließen wir uns die Gelegenheit natürlich nicht nehmen, um noch ein letztes Mal für diese Reise, diverse Köstlichkeiten aus dem Meer zu genießen und zwar in Tognazzini’s Dockside Restaurant. Leckere Speisen und ein Fläschchen des liebgewonnen Pinot Grigio und wir waren selig, trotz des lästigen Nebels, der uns schon wieder eingehüllt hatte.

Fisch-Ahoi!

Nach einer erholsamen Nacht in der Travelodge frühstückten wir gemütlich in einem kleinen Restaurant in der Innenstadt von Napa. Frische Erdbeeren… Mmmmh! Danach fuhren wir durch das Napa Valley, wo wir die berühmten Weingüter und deren riesige Weinfelder begutachten konnten. Zum Teil waren wirklich stattliche und äußerst schöne Anwesen dabei. Auch der kleine Ort St. Helena nördlich von Napa ist wirklich bezaubernd. Wir verweilten dort aber nicht lange, sondern brausten noch ein paar Meilen weiter zum Castello di Amorosa, da uns dies von dem netten Herrn, der uns für die Nacht einquartiert hatte, wärmstens empfohlen wurde. Dieses Bauwerk wurde 1997 errichtet, mittelalterlichen Burgen in Europa nachempfunden. Natürlich stellt sich einem sofort die Frage, warum man so etwas in den Weinbergen nördlich von San Francisco bauen sollte. Wäre da nicht ein typisch kalifornisches Weingut passender? Besonders merkwürdig wurde es, als eine Gruppe von Touristen, geführt von einem Tourguide unsere Wege innerhalb der Burgmauern kreuzte. Besagter Tourguide erklärte in dem Moment eifrig die „Wandgemälde“ die angeblich von einem eigens eingeflogenen italienischen Maler gepinselt wurden und Szenen aus der Ritter-Ära zeigten. Schnell noch ein paar Weintrauben stibitzt und weg von diesem merkwürdigen Ort.

Unser Weg führte uns an diesem Tag bis ins Örtchen Seaside in der Bucht von Monterey. Dort kamen wir in den frühen Abendstunden an und leider wurde uns der Meerblick verwehrt, da dichter Nebel durch die Straßen zog. Im Sandcastle Inn sollten wir die Ruhe finden, die wir uns nach diesem langen Tag im Auto redlich verdient hatten.

Greetings,

die Nebelhörner

Tag 17: San Francisco – Napa

Heute präsentierte sich San Francisco wieder von seiner berühmt-berüchtigten kalten, nebligen Seite. Die Wolken hingen tief und es wehte eine raue Brise vom Pazifik herein. Also genau das richtige Wetter, um eine GoCar Tour zu machen. Während Manfred und Humbert den Komfort des Buicks bevorzugten, um zum Golden Gate Park zu gelangen, entschieden sich Jochen und Barbara dazu, den Wettergegebenheiten zu trotzen und mit den kleinen, GPS-gesteuerten GoCars loszudüsen. Es war zwar wirklich kalt und es hätte nicht geschadet, wenn man dicke Wollhandschuhe zur Verfügung gehabt hätte, aber der Spaß an der Fahrt machte es einfach, die Kälte auszuhalten. Mit Vollgas gings an der Marina entlang und durchs Presidio, eines der Nobelviertel von San Francisco, gespickt mit wunderschönen Villen und Parks. Unglaublich wie viel Rücksicht auf das kleine, gelbe Gefährt genommen wird und wie verständnisvoll die Autofahrer sind, wenn man Stoppschilder übersieht oder unverhofft auf einem vierspurigen Highway-Zubringer landet („Scheiße, wos doan ma den hiatz?!?!?“). Sollte alles schon vorgekommen sein… ;-)

In der Zwischenzeit erkundeten Manfred und Humbert die japanischen Gärten des Golden Gate Parks. Ob sie wohl mit einer Geisha angebandelt haben? Jedenfalls haben sich die Wege des gelben Geschosses und des Buicks nicht gekreuzt und alle vier Reiseteilnehmer trafen sich heil und sicher am vereinbarten Treffpunkt.

Kurz noch die Lombard Street runtergekurvt und dann hieß es: bye bye San Francisco! Über die Golden Gate Bridge düsten wir ins idyllische Napa. Hier durften wir von Lokal zu Lokal tingeln und einige der besten Weine der Region probieren. Auch dieses Vergnügen war quasi kostenlos, da wir uns intelligenterweise die „Taste Napa Card“ mit unserer „Go San Francisco Card“ für sage und schreibe null Dollar gekauft hatten. Leichten Schrittes und beschwingt vom Traubensaft schauten wir noch auf einen Absacker in einem der zahlreichen, gemütlichen Restaurants der Stadt vorbei. Am Ende befanden sich eine Pizza Funghi und zwei Flaschen des köstlichen Chardonnays der Marke „luli“ auf unserer Rechnung. O-Ton Manfred: Another luli please! [Enada luli plies].

Prost!

die Schluckspechte

Tag 16: San Francisco

Schnell Aufstehen, Zähneputzen, rein ins Gewand und runter zum Frühstück. Auf zu den Donuts! Haaaa…. Donuts. Donuts? Wieso Muffins? Wo sind die Donuts? Wieso sind denn da nur Muffins? Keine Donuts. Nur Muffins. Kleine, hässliche Muffins und keine großen, wohlgeformten, mit Schokolade überzogenen Wunderkringel. Man munkelte, dass diese Leckerbissen bereits im Morgengrauen von fiesen Touristen schachtelweise weggekarrt und verputzt wurden.

Mit einem leichten Knurren im Magen und auf den Lippen trotteten wir in den Hafen und ordneten uns in die lange Schlange von Menschen ein, die alle darauf warteten, nach Alcatraz zu fahren. Wenige Minuten später befanden wir uns am Landungssteg von „the Rock“, wo auch vor ungefähr 45 Jahren Al Capone willkommen geheißen wurde.

Vorbei an den ehemaligen Wohnhäusern der Wärter und an der Wäscherei machten wir uns auf den Weg zum Gefängnistrakt. Diesen betraten wir, wie damals die Sträflinge, durch die „Empfangssäle“ (=Duschhalle, Kleiderausgabe). Von da aus ging es weiter in den Zellentrakt, wo die Gänge bizarre Namen wie Broadway oder Times Square tragen. Die Zellen selbst sind einfach nur schauderhaft und menschenunwürdig. Viel kleiner und trostloser, als man sich vorstellen kann. Es ist nicht verwunderlich, dass viele Insassen dort dem Wahnsinn verfallen sind. Durch die Audiotour erfuhren wir unglaublich viele interessante Details aus dem Leben in diesem Gefängnis (wenn man das überhaupt als „leben“ bezeichnen kann). So war es den Sträflingen nicht erlaubt auch nur ein Wort zu sprechen, nur für eine halbe Stunde am Wochenende während des Freigangs am Hof durften sie sich unterhalten. War jedoch das Wetter nicht passend, wurde auch diese gestrichen.

Am Ende unseres Rundgangs durch den Zellentrakt kamen wir in den Speisesaal. Dort lauschten wir gespannt einer alten Lady, die einen Vortrag über den berühmtesten Insassen von Alcatraz hielt: Al Capone. All diese Infos über den größten aller Verbrecher wiederzugeben, würde an dieser Stelle wohl zu weit führen. Nur so viel: Dieser Mann besaß bevor er auf diese Insel geschafft wurde so viel Macht wie kein zweiter und verdiente pro Woche mit seinen Machenschaften 100.000 Dollar. Das alles in den 20er- und 30er-Jahren des letzten Jahrhunderts.

Zurück am Festland stärkten wir uns mit einer Runde Cheeseburger und entschieden uns dafür, die Stadt auf Fahrrädern weiter zu erkunden. Entlang der Küste radelten wir in Richtung Golden Gate Bridge davon,  tunlichst darauf bedacht, die steilen Straßen von San Francisco zu meiden. Und dort angekommen wurde das Unglaubliche wahr: die Nebelbank verschwand und enthüllte die berühmte orange Brücke in ihrer vollen Pracht. Sogar der Geisternebel rund um Alcatraz verzog sich und so hatten wir das seltene Glück, die gesamte Bucht bei strahlendem Sonnenschein bewundern zu können.

Sunny greetings from the foggy city,

the Jailbirds

Tag 15: San Francisco

Unglaublich! Heute gabs zum ersten Mal seit wir in den USA sind Donuts zum Frühstück. Einige von uns haben vor der Reise gar angekündigt, ganze Schachteln von diesen leckeren kleinen Dingern verdrücken zu wollen. Nun hat es 2 Wochen lang gedauert bis das erste Stück verzehrt wurde.

Schon sehr früh fanden wir uns am Fisherman’s Wharf ein, um die Tickets für die Schifffahrt zur Golden Gate Bridge und die Tramtour durch die Stadt abzuholen. Mit unserer San Francisco Card sollten wir für diese Events nicht mehr bezahlen müssen. Auch die Alcatraz-Tickets haben wir schon vorbestellt und da wir noch etwas Zeit hatten, bis die erste Tour begann, besuchten wir die Seehund-Kolonie am Pier 39. Ohrenbetäubendes Grölen und eine Unmenge an Seehunden, die sich auf den Plattformen im Wasser tummelten, ließen die Fotoapparate glühen. So ein Bild bietet sich nicht jeden Tag. ;-)

Danach gings mit einem ungebauten Cable Car kreuz und quer durch die Stadt und wir verschafften uns auf diese Weise einen ersten, groben Überblick. Was einem sofort auffällt: Es hätte verheerende Folgen, wenn hier der Winter so ausfallen würde, wie bei uns zu Hause. Glatteis oder verschneite Straßen würden San Francisco in die Katastrophe stürzen, da hier die Straßen so steil sind, wie so manche schwarze Schipiste. Bei einigen besteht der Gehsteig sogar aus Stufen. Die vielleicht bekannteste Straße hier in San Francisco ist die Lombard Street. Natürlich ließen wir es uns nicht nehmen, die krümmste Straße der Welt genauer unter die Lupe zu nehmen.

Vor diesem Abstecher dorthin, erklommen wir aber erstmal den Coit Tower am Telegraph Hill. Von dort aus hatten wir einen wunderbaren Ausblick auf die Bucht von San Francisco – oder sollten wir besser sagen: auf die Nebelbank von San Francisco. Diese zog sich hartnäckig durch die Bay und verdeckte die Golden Gate Bridge fast zur Gänze und hüllte auch Alcatraz die meiste Zeit in einen undurchsichtigen Schleier. Das war wettertechnisch insofern ungünstig, da wir ja unsere Bootstour an diesem Tag zu absolvieren hatten und mit dem Schiff unter der Golden Gate Brücke durchschipperten. Leider bekamen wir aber wegen des Nebels nicht allzu viel davon zu Gesicht. Die Tour war aber trotzdem sehr interessant und informativ und bot einen wunderschönen, sonnigen Blick auf die Stadt. Außerdem bekamen wir schon mal einen Vorgeschmack, was uns auf der Gefängnisinsel Alcatraz erwarten würde. Allein mit dem Schiff dicht daran vorbeizufahren, jagte uns einen kalten Schauer über den Rücken. Alcatraz ist alles andere als einladend und wenn noch dazu gespenstische Nebelfetzen über den Ruinen hängen, dann möchte man nur mehr weg von diesem Ort. Trotzdem werden wir uns dort morgen genauer umsehen.

Zurück an Land musste Futter her. Bei Lou’s wurde wieder in bester Manier geschlemmt bevor wir wieder in unsere trautes Heim auf Zeit zurückkehrten und todmüde in die Betten fielen.

Beste Grüße,

die Hillbillies

Tag 14: San Francisco

Am Morgen machten wir uns also auf den Weg nach San Francisco. Viele von uns freuten sich unglaublich auf diese Stadt. Schon vor San Francisco fuhren wir durch steppenartige Berge und irgendwann war dann die Stadt aus der Ferne schon zu erkennen. Unser Weg sollte uns stadteinwärts über die Bay Bridge von Oakland führen. Dort standen wir dann sicher über eine Stunde im Stau – und das auf einer achtspurigen Fahrbahn. Der Grund: Die „Maut“ für  die Brücke. Als wir links und rechts aus dem Fenster schauten konnten wir schon aus der Ferne die Türme der „Golden Gate“ und auch Alcatraz-Island erkennen.

Für die nächsten 3 Nächte haben wir uns in einem „Best Inn“ im Zentrum, nähe „Fisherman’s Wharf“ eingenistet. Bevor wir aber dort ankamen, machten wir noch bei einer Mall halt. Der eine oder andere von uns brauchte noch dringend Souvenirs, aber auch noch Leiberl, Hosen etc. Hier erlebte Manfred schon zum zweiten Mal sein ganz persönliches „Hollister-Fiasko“ (Insider *g*).

Anschließend brachten wir die Koffer ins Hotel und machten uns zu Fuß auf in Richtung Fisherman’s Wharf. Vorbei an etlichen Fischlokalen und Booten im Hafen besorgten wir uns 4x die „Go San Francisco Card“, die uns etliche Eintritte ersparen sollte. Wir schlenderten danach noch ein wenig herum und fanden uns schließlich in einem der besagten Lokale ein, wo wir selbstverständlich den berühmten „Clam Chouder“ in Brot genossen.

Morgen haben wir Bus- und Schiffstour geplant. Bis dann

The Mammas and the Pappas (~~going to San Franciscooo~~)

Tag 13: Yosemite

6:15 Uhr. Antritt zum Morgenappell. Alle Mann aus den Federn. Oder so… Denn nach einer mehr als turbulenten Nacht (die gesamte Hütte erbebte unter den grauenhaften  und vor allem ohrenbetäubenden Schnarchgesängen Humberts), war das Aufstehen mehr als mühsam. Schlaftrunken sammelten wir unsere sieben Sachen zusammen und machten uns auf die Socken. Kurz vor der Einfahrt in den Yosemite National Park, am Fuße des Tioga-Passes, hielten wir an einer Mobil-Tankstelle (ja, die existieren hierzulande noch) und versorgten uns mit dem Notwendigsten, sprich mit Kaffee und Muffins plus Cookies für unterwegs, um den Blutzuckerspiegel auf Niveau zu halten.

 

Nun folgte eine schier endlos wirkende Fahrt quer durch den Park. Rauf und wieder runter, über unbefestigte Straßen und schmale Wege, vorbei an idyllischen Wiesen und Weihern, verbrannter Erde und Baumstämmen, bis wir schließlich an unserem ersten Aussichtspunkt angelangt sind: dem Glacier Point. Von dort aus bot sich uns ein atemberaubender Ausblick auf den Half Dome. Ein riesiger Felsen der inmitten des Nationalparks thront.

 

Da wir leider nur diesen einen Tag für Yosemite eingeplant hatten, mussten wir uns entscheiden, welche Attraktion wir uns denn als nächstes – und zugleich letztes – zu Gemüte führen sollten, ehe wir diese wunderbare Gegend wieder verlassen. Die Wahl viel auf die Mammutbäume von Mariposa Grove, auch Sequoias genannt.

 

Um zu ihnen zu gelangen durften wir zur Abwechslung wieder mal mit einem Shuttlebus fahren, jedoch nicht in altbewährter, bequemer Art und Weise sitzend, sonder eingepfercht im Mittelgang des Busses zwischen allerlei Asiaten und dem gesamten Seniorenkontingents des Südwestens der USA. Gott sei Dank dauerte diese Odyssee nur ein paar Minuten, ehe wir auf ein komfortableres Fortbewegungsmittel umsattelten. Auf einem umgebauten Truck, auf dessen Hänger Sitze befestigt waren, tuckerten wir nun als „rollendes Freiluftkino“ durch das Tal mit den Riesen-Bäumen.

 

Diese Bäume biblischen Alters (einige von ihnen über 2000 Jahre alt) rauben einem den Atem. Man sieht zwar ihre Ausmaße, aber von Begreifen kann keine Rede sein. Die schiere Größe dieser Giganten alleine reicht schon aus, um einfach nur fasziniert zu sein, jedoch kommen noch einige weitere interessante Fakten dazu, die zum Staunen verleiten. Viele dieser Bäume haben Äste, deren Durchmesser bis zu 180cm erreichen, die meisten von ihnen sind über 80m hoch und trotzen den widrigsten Umständen. Sie überleben scheinbar mühelos die Dürreperioden und Waldbrände, nicht einmal Löcher bzw Tunnel durch ihren Stamm machen ihnen irgendetwas aus. Sie wachsen einfach fröhlich weiter. Man könnte vermutlich ganze Tage durch diese Wälder schlendern, ohne dass diese Riesen auch nur ein bisschen ihrer Faszination auf uns verlieren würden.

 

In der Abenddämmerung verließen wir den Park und ritten in den Sonnenuntergang. Geradeaus durch die Prärie Kaliforniens, flankiert von grasenden Kühen, trudelten wir in Merced ein. Hier schlugen wir unsere Zelte für die Nacht auf und zwar in einem bereits bewährten Holiday Inn. Selbiges gilt für Applebee’s, dem wir auch heute wieder einen Besuch abstatteten und mehr und mehr zum Mekka für uns Steakliebhaber mutiert. ;-)

 

Bis morgen…. dann aus San Francisco.

 

Beste Grüße,

die vier Mühlviertler Fichtenbam

In bester Trucker-Manier hievten wir uns im Morgengrauen aus den Betten und begaben uns zum Frühstück. Umzingelt von Air Force One Soldaten (nennt man die auch GIs?) wurde gespachtelt, nur Manfred verweigerte die Nahrungsaufnahme und labte sich an Kaffee und Orangensaft.

 

Als wir die Hürde „Tanken“ überwunden hatten – wer kann schon wissen, dass man bei dieser Tankstelle wieder irgendwelche Hebel nach oben drücken muss, bevor man die gewünschte Benzinsorte zapfen kann – gings ab auf die long and winding road. Man kann an dieser Stelle ruhig schon vorweggreifen und mit stolz geschwellter Brust behaupten (das haben wir uns von den GIs abgeschaut *g*), dass wir heute sage und schreibe 400 Meilen gefahren sind.

 

Über Stock und Stein, eigentlich hauptsächlich Stein, brausten wir in Richtung Death Valley. Man gab uns den Tipp, vorher ja ordentlich zu tanken und gallonenweise Wasser im Kofferraum zu deponieren, um bei einer Autopanne im Todestal nicht das Zeitliche zu segnen. Wir machten sogar schon kleinere Scherze, ob die Verkehrsschilder mit der Aufschrift „DIP“ wohl „die in peace“ heißen würden. Jedenfalls schrammten wir erneut knapp an der 100-Grad-(Fahrenheit)-Marke vorbei und wäre es tatsächlich zu besagter Autopanne gekommen, hätten wir wohl unsere Hautfarbe gewechselt (von krebsrot, über dunkelbraun, bis kohlrabenschwarz wäre wahrscheinlich alles dabei gewesen)

 

Einen ersten guten Überblick über das Valley verschafften wir uns am Zaprisky-Point. Die Taldurchfahrt war wesentlich steiler, hügeliger und kurvenreicher, als wir uns erwartet hätten. Auf jeden Fall versprüht das ungemein weitläufige Gebiet ein ganz spezielles Flair. Dabei spielten die Felsen alle möglichen Farben und selbst die spärliche Vegetation trug dieser Vielfalt Rechnung.

 

Die kargen Regionen hinter uns gelassen, gabs endlich wieder Zeichen von Leben zu sehen. Entlang der Rocky Mountains, genauer der Sierra Nevada, kurvten wir gemütlich dahin und bewunderten die schöne Aussicht, grüne Wiesen und Bäume und kleine, typisch amerikanische Orte, die sich ihre Wild-West-Atmosphäre bis heute erhalten konnten. Wir nutzten die Gelegenheit und tankten kurz unser Gefährt auf, um gleich wieder in Richtung Bishop weiterzufahren, wo wir eine kleine Stärkung zu uns nahmen. Einfach delicious dieser Cherry Pie…  Manfred verweigerte übrigens zu diesem Zeitpunkt immer noch beharrlich die Nahrungsaufnahme.

 

Next Stopp: Mono Lake. Wunderschön. Siehe Bilder.

 

Eigentlich wollten wir uns an diesem Tag noch die Ghost Town Bodie ansehen. Eine gut erhaltene Westernstadt, die in den 60er-Jahren fluchtartig verlassen wurde. Sie war übrigens im 19. Jahrhundert neben San Francisco die größte Stadt Kaliforniens (nur damit in diesem Blog auch mal wirklich informative Neuigkeiten festgehalten werden *g*). Leider Gottes kamen wir aber zu spät, da diese Stadt nur bis 5pm ihre Tore geöffnet hat. So begaben wir uns tieftraurig über den verweigerten Einlass auf Herbergssuche. Diese sollte sich äußerst schwierig gestalten und zwar einzig und allein deswegen, weil dieses Wochenende Deer Season startet, was so viel bedeutet wie: alle Zimmer in jeglichen Hotels rund um den Yosemite National Park sind von schießwütigen Jägern belegt. Natürlich waren auch noch dazu alle Hoteliers, Motel- oder Innbesitzer so zuvorkommend, passend zu diesem Event die Zimmerpreise gehörig in die Höhe zu treiben und so wurde von uns erwartet über 100 Dollar für die schäbigsten Absteigen zu zahlen. Aber nicht mit uns!!! Wir suchten einfach so lange bis uns etwas Passendes unterkam. Und es kam….

 

Wir befinden uns momentan in einer wirklich gemütlichen Cabin (=Hütte) am Ufer eines Wildbachs. Humbert und Manfred haben heute das zweifelhafte Vergnügen in einem Stockbett zu nächtigen, während Jochen im selben Zimmerchen seine müden Glieder auf einem King-size Bed ausstrecken kann. Meine Wenigkeit (=Barbara) hat sich freiwillig bereit erklärt, die Schiebetür zwischen mir und den 3 Schnarchmonstern zuzuziehen und die heutige Nacht auf der Couch im „Wohnzimmerchen“ zu verbringen.

 

Liebe Grüße,

 

die Pfadfindergruppe „Fähnchen Fieselschweif“

Ältere Artikel »